Balkonkraftwerk-Ertrag berechnen: kWh, Ausrichtung und Stromkosten

Balkonkraftwerk-Ertrag berechnen kWh, Ausrichtung und Stromkosten

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk pro Jahr?

Wie viel Strom ein Balkonkraftwerk jährlich erzeugt, hängt vor allem von der installierten Modulleistung, dem Standort, der Ausrichtung, dem Neigungswinkel und möglichen Verschattungen ab. Deshalb gibt es keinen Jahresertrag, der für jeden Balkon gleichermaßen gilt.

Eine erste Schätzung lässt sich mit folgender Formel berechnen:

Jahresertrag (kWh) = installierte PV-Leistung (kWp) × spezifischer Jahresertrag (kWh/kWp)

Angenommen, Ihre Solarmodule haben zusammen eine Leistung von 0,8 kWp und erreichen einen spezifischen Jahresertrag von 800 kWh/kWp. Daraus ergibt sich:

0,8 kWp × 800 kWh/kWp = 640 kWh pro Jahr.

Die 800 kWh/kWp sind ein angenommener Rechenwert, keine allgemeingültige Vorgabe für Deutschland. Der tatsächliche Ertrag kann je nach Standort und Montage deutlich abweichen. Außerdem ist die Modulleistung in kWp nicht mit der maximalen Ausgangsleistung des Wechselrichters gleichzusetzen.

Für eine erste Orientierung ist diese Formel ausreichend. Wenn Sie Ihre Anlage genauer planen möchten, sollten Sie zusätzlich die örtlichen Bedingungen und Ihr Verbrauchsprofil berücksichtigen.

Ein offizielles Rechenbeispiel: 800 Watt am Balkongeländer

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht eine Beispielrechnung für ein Steckersolargerät mit 800 Watt, dessen Module senkrecht am Balkongeländer montiert sind. Unter den dort verwendeten Annahmen ergeben sich 665 Volllaststunden pro Jahr. Daraus folgt ein geschätzter Jahresertrag von 532 kWh.

Die Rechnung lautet:

800 W × 665 h ÷ 1.000 = 532 kWh pro Jahr.

Dieser Wert ist ein nachvollziehbarer Referenzfall, aber keine Ertragsgarantie für jede 800-Watt-Anlage. Laut UBA erzeugen senkrecht montierte Module im Sommer weniger und im Winter etwas mehr Strom als Module mit optimalem Neigungswinkel.

Entscheidend ist außerdem, wie viel des erzeugten Stroms zeitgleich im Haushalt verbraucht werden kann. Das UBA setzt in seiner Beispielrechnung einen durchschnittlichen direkten Eigenverbrauch von 45 Prozent an. Bei 532 kWh Jahresertrag entspricht das rund 240 kWh.

Bei einem angenommenen Strompreis von 0,37 Euro pro kWh ergibt sich eine jährliche Ersparnis von ungefähr 89 Euro:

240 kWh × 0,37 €/kWh = 88,80 Euro pro Jahr.

Bei angenommenen Anschaffungskosten von 400 Euro entspricht das einer einfachen Amortisationszeit von rund 4,5 Jahren. Die Rechnung berücksichtigt keine weiteren Kosten oder Veränderungen des Strompreises und gilt nur unter den genannten Annahmen.

Die Schlussfolgerung ist wichtig: Die erzeugte Strommenge ist nicht automatisch die eingesparte Strommenge. Für die Wirtschaftlichkeit zählt, wie viel Solarstrom tatsächlich Netzstrom ersetzt.

Quelle: Umweltbundesamt – Steckersolargeräte reduzieren eigene Stromkosten.

Wie wirken sich Ausrichtung und Neigung auf den Ertrag aus?

MARSTEK VENUS E Pro

Eine Südausrichtung mit geeignetem Neigungswinkel bietet häufig gute Voraussetzungen für einen hohen Jahresertrag. Bei Balkonkraftwerken bestimmen jedoch die baulichen Gegebenheiten, wo und wie die Module montiert werden können. Eine Ost- oder Westausrichtung ist deshalb nicht automatisch ungeeignet.

Fraunhofer ISE vergleicht in der Veröffentlichung „Recent Facts about Photovoltaics in Germany“ verschiedene Modulpositionen für einen unverschatteten Standort in Freiburg. In dieser Modellbetrachtung erzeugt eine westorientierte Anlage mit 45 Grad Neigung rund 26 Prozent weniger Strom pro Jahr als eine vergleichbare südausgerichtete Anlage mit demselben Neigungswinkel. Eine senkrecht montierte, nach Süden ausgerichtete Anlage erreicht rund 29 Prozent weniger Jahresertrag als eine südorientierte Anlage mit 45 Grad Neigung.

Diese Werte gelten für die untersuchten Bedingungen in Freiburg und lassen sich nicht unverändert auf jeden Standort übertragen.

Auch der Zeitpunkt der Stromproduktion spielt eine Rolle. Ostorientierte Module liefern tendenziell früher am Tag Strom, westorientierte Module eher am Nachmittag. Das kann für Haushalte vorteilhaft sein, deren Strombedarf zu diesen Zeiten höher ist. Eine etwas niedrigere Jahresproduktion kann daher trotzdem zu einem guten Eigenverbrauch passen.

Quelle: Fraunhofer ISE – Recent Facts about Photovoltaics in Germany.

Den eigenen Balkonkraftwerk-Ertrag genauer berechnen

Für eine standortbezogene Schätzung eignet sich das kostenlose PVGIS-Tool der Europäischen Kommission. Das Photovoltaic Geographical Information System berechnet den erwarteten PV-Ertrag anhand des Standorts und der gewählten Anlagenparameter.

Geben Sie Ihren Standort ein, tragen Sie die installierte PV-Leistung ein und wählen Sie die passende Ausrichtung sowie den Neigungswinkel. Prüfen Sie anschließend sowohl den geschätzten Jahresertrag als auch die monatlichen Werte. So erkennen Sie, wie stark die Stromproduktion im Jahresverlauf schwankt.

Die Berechnung ist eine modellbasierte Prognose und keine Garantie für die tatsächlich erzeugte Strommenge. Lokale Hindernisse wie Balkonplatten, Geländer, Bäume oder Nachbargebäude können den Ertrag zusätzlich reduzieren. Berücksichtigen Sie diese Bedingungen bei der Interpretation der Ergebnisse.

Eine ausführliche Anleitung bietet das offizielle PVGIS-Handbuch.

Wie viel Geld spart ein Balkonkraftwerk tatsächlich?

Um die jährliche Stromkostenersparnis zu berechnen, müssen Sie wissen, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen und welchen Strompreis Sie bezahlen.

Jährliche Ersparnis = selbst verbrauchte Solarstrommenge × Strompreis pro kWh

Angenommen, Ihre Anlage erzeugt 600 kWh pro Jahr. Davon verbrauchen Sie 40 Prozent direkt im Haushalt, und Ihr Strompreis beträgt 0,35 Euro pro kWh.

600 kWh × 40 Prozent = 240 kWh direkt selbst verbrauchter Strom.

240 kWh × 0,35 €/kWh = 84 Euro Ersparnis pro Jahr.

Das ist eine vereinfachte Beispielrechnung, keine individuelle Prognose. Die tatsächliche Ersparnis hängt unter anderem von Ihrem Verbrauchsprofil, der zeitlichen Verteilung der Solarproduktion und Ihrem Stromtarif ab.

Sie können Ihren direkten Eigenverbrauch häufig bereits ohne zusätzliche Technik erhöhen, indem Sie geeignete Haushaltsgeräte bevorzugt bei Sonnenschein betreiben. Weitere Hinweise finden Sie in unserem Ratgeber Balkonkraftwerk: Eigenverbrauch erhöhen.

Lohnt sich ein Speicher für ein Balkonkraftwerk?

Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom aufnehmen und später wieder abgeben. Dadurch lässt sich ein Teil der Energie nutzen, wenn die Module gerade wenig oder keinen Strom erzeugen.

Ein höherer Eigenverbrauch bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sich die zusätzliche Investition rechnet. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass sich Batteriespeicher bei Steckersolargeräten für durchschnittliche Haushalte häufig nicht lohnen. Der verfügbare Überschuss ist oft begrenzt; hinzu kommen Umwandlungsverluste, Anschaffungskosten und die begrenzte Lebensdauer des Systems.

Für eine erste Einschätzung können Sie den Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin verwenden. Das wissenschaftlich entwickelte Online-Tool hilft dabei, verschiedene Anlagenkonfigurationen zu vergleichen. Es schätzt unter anderem den Selbstversorgungsanteil, den solaren Nutzungsgrad, die Stromgestehungskosten und die Amortisationszeit. Auch der mögliche Einfluss eines Batteriespeichers lässt sich damit untersuchen.

Für die Eingaben benötigen Sie möglichst realistische Angaben zu Ihrem Stromverbrauch, der PV-Leistung, den örtlichen Bedingungen und den Anschaffungskosten. Die Ergebnisse hängen von den gewählten Annahmen ab und sind keine Garantie für eine bestimmte Ersparnis.

Ein Beispiel zur zusätzlichen Ersparnis durch einen Speicher

Angenommen, ein Speicher ermöglicht Ihnen, pro Jahr zusätzlich 150 kWh Solarstrom tatsächlich selbst zu nutzen, die andernfalls aus dem Stromnetz bezogen worden wären. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,37 Euro pro kWh ergibt sich:

150 kWh × 0,37 €/kWh = 55,50 Euro zusätzliche Ersparnis pro Jahr.

Bei angenommenen Speicherkosten von 500 Euro entspräche das einer einfachen Amortisationszeit von rund neun Jahren.

Diese Rechnung ist ein hypothetisches Beispiel, keine Prognose für ein bestimmtes MARSTEK Produkt. Die 150 kWh bezeichnen die zusätzliche, tatsächlich selbst genutzte Energie – nicht die nominelle Speicherkapazität und nicht automatisch die jährlich geladene Energiemenge. Die Rechnung berücksichtigt keine weiteren Kosten, Alterungseffekte oder Strompreisänderungen.

Der Speicher muss außerdem lange genug wirtschaftlich nutzbar bleiben, damit die errechnete Amortisationszeit überhaupt relevant ist. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf nicht nur die Kapazität und den Preis vergleichen, sondern auch den realistisch erwarteten zusätzlichen Eigenverbrauch.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Balkonkraftwerk mit Speicher: Kosten und Wirtschaftlichkeit.

Welche Speicherlösung passt zu Ihrer Anlage?

Wenn Sie einen Speicher in Ihr bestehendes Balkonkraftwerk integrieren möchten, sollten Sie zunächst die technische Kompatibilität prüfen. Entscheidend sind unter anderem die vorhandene PV-Leistung, die Anschlussart, die Lade- und Entladeleistung sowie der tatsächliche Strombedarf am Abend und in der Nacht.

Wir bei MARSTEK entwickeln Speicherlösungen für unterschiedliche Anforderungen. Unser MARSTEK VENUS E Mini bietet 2 kWh Speicherkapazität und eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 1.500 W. Er kann für Haushalte interessant sein, die eine kompakte Plug-in-Batterie suchen.

Wenn Sie mehr PV-Leistung verarbeiten und die Speicherkapazität modular erweitern möchten, bietet unser MARSTEK VENUS E Pro vier MPPT-Eingänge, bis zu 2.400 W PV-Eingangsleistung und eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 1.500 W. Die Speicherkapazität lässt sich von 2,08 auf bis zu 12,48 kWh erweitern.

Welche Lösung besser passt, hängt von Ihrer Anlage, Ihrem Verbrauchsprofil und Ihrem Budget ab. Eine größere Batterie ist nicht automatisch wirtschaftlicher. Entscheidend ist, wie viel gespeicherte Energie Sie später tatsächlich im Haushalt nutzen können.

Entdecken Sie weitere Optionen in unserer MARSTEK VENUS Serie.     

MARSTEK VENUS E Pro

MARSTEK VENUS E Pro

Unser MARSTEK VENUS E Pro bietet vier MPPT-Eingänge, bis zu 2.400 W PV-Eingangsleistung und eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 1.500 W. Mit einer modular erweiterbaren Speicherkapazität von 2,08 bis 12,48 kWh können Sie mehr Solarstrom speichern, Ihren Eigenverbrauch erhöhen und Ihre Energieversorgung flexibler gestalten.

Jetzt MARSTEK VENUS E Pro entdecken

Häufig gestellte Fragen zum Balkonkraftwerk-Ertrag

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt pro Jahr?

Das hängt von Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung ab. Das Umweltbundesamt nennt für ein vereinfachtes Beispiel mit senkrecht montierten Modulen 532 kWh pro Jahr. Andere Montagebedingungen können zu höheren oder niedrigeren Erträgen führen.

Wie berechne ich den Jahresertrag eines Balkonkraftwerks?

Multiplizieren Sie die installierte PV-Leistung in kWp mit dem spezifischen Jahresertrag in kWh/kWp. Für eine genauere standortbezogene Prognose können Sie PVGIS verwenden. Berücksichtigen Sie zusätzlich Verschattung und die realen Montagebedingungen.

Welche Ausrichtung ist für ein Balkonkraftwerk am besten?

Eine Südausrichtung bietet häufig einen hohen Jahresertrag. Ost- und Westausrichtungen können ebenfalls sinnvoll sein, insbesondere wenn die Stromproduktion besser zum täglichen Verbrauch passt. Entscheidend sind die konkreten Bedingungen am Standort.

Wie berechne ich die Stromkostenersparnis?

Multiplizieren Sie die tatsächlich selbst verbrauchte Solarstrommenge mit Ihrem Strompreis pro kWh. Die gesamte erzeugte Strommenge kann nicht automatisch als eingesparte Strommenge angesetzt werden.

Lohnt sich ein Speicher für jedes Balkonkraftwerk?

Nein. Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, verursacht aber zusätzliche Kosten und Verluste. Prüfen Sie anhand Ihres Verbrauchsprofils und eines Wirtschaftlichkeitsrechners, wie viel zusätzlichen Solarstrom Sie realistisch selbst nutzen können.

Fazit: Ertrag, Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit zusammen betrachten

Der Jahresertrag eines Balkonkraftwerks hängt von der installierten PV-Leistung, dem Standort, der Ausrichtung, dem Neigungswinkel und möglichen Verschattungen ab. Mit einer einfachen Formel erhalten Sie eine erste Schätzung; PVGIS ermöglicht eine standortbezogene Prognose.

Für die tatsächliche Stromkostenersparnis ist entscheidend, wie viel Solarstrom Sie selbst verbrauchen. Ein Speicher kann diesen Anteil erhöhen, ist aber nicht in jedem Haushalt wirtschaftlich sinnvoll. Der Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin hilft dabei, verschiedene Konfigurationen und ihre mögliche Wirtschaftlichkeit zu vergleichen.

Wir bei MARSTEK bieten Speicherlösungen für unterschiedliche Anlagen und Verbrauchsprofile. Prüfen Sie vor einer Kaufentscheidung die technische Kompatibilität und berechnen Sie den zusätzlichen Nutzen anhand Ihrer tatsächlichen Rahmenbedingungen. So finden Sie eine Lösung, die zu Ihrem Haushalt passt.