EPS vs. USV: Was ist der Unterschied und welche Lösung ist die richtige?

EPS vs. USV Was ist der Unterschied und welche Lösung ist die richtige

Ein Stromausfall kann mehr als nur das Licht ausschalten. Router verlieren die Verbindung, laufende Computer können abstürzen und wichtige Daten können verloren gehen. Wer solche Unterbrechungen vermeiden möchte, stößt häufig auf zwei Begriffe: EPS und USV. Beide dienen der Stromversorgung bei einem Netzausfall, unterscheiden sich aber in ihrer technischen Auslegung und ihrem typischen Einsatzbereich.

In diesem Ratgeber erklären wir, was hinter EPS und USV steckt, warum die Umschaltzeit entscheidend ist und worauf Sie bei Leistung, Speicherkapazität und Laufzeit achten sollten. Außerdem zeigen wir, wann ein Batteriespeicher mit Notstromfunktion eine sinnvolle Lösung für Ihr Zuhause sein kann.

Was ist eine USV?

USV steht für „unterbrechungsfreie Stromversorgung“. International ist dafür die Abkürzung UPS gebräuchlich, abgeleitet vom englischen Begriff „Uninterruptible Power Supply“.

Eine USV versorgt angeschlossene Geräte bei einem Stromausfall weiterhin mit Energie. Je nach Bauart kann sie zusätzlich Spannungsschwankungen ausgleichen oder Störungen im Stromnetz abfangen. Sie wird deshalb häufig für Computer, Server, Netzwerktechnik und andere empfindliche Geräte eingesetzt.

Grundsätzlich gibt es drei verbreitete USV-Bauarten. Eine Offline-USV schaltet bei einem Netzausfall auf Batteriebetrieb um und eignet sich vor allem für weniger empfindliche Verbraucher. Eine Line-Interactive-USV kann zusätzlich bestimmte Spannungsschwankungen ausregeln. Eine Online-USV versorgt die angeschlossenen Geräte dagegen kontinuierlich über einen Wechselrichter und bietet dadurch eine besonders hohe Versorgungskontinuität.

Welche Bauart sinnvoll ist, hängt davon ab, wie empfindlich die angeschlossenen Geräte sind und welche Stromqualität sie benötigen. Weitere technische Grundlagen erläutert Schneider Electric in seiner Erklärung zur Funktionsweise einer USV.

Was bedeutet EPS?

EPS steht für „Emergency Power Supply“ und bezeichnet eine Notstromversorgung. Der Begriff wird insbesondere bei Batteriespeichern, Wechselrichtern und Powerstations verwendet. Erkennt das System einen Ausfall der Netzversorgung, schaltet es auf eine verfügbare Ersatzstromquelle um, beispielsweise auf eine Batterie.

Eine EPS-Funktion kann damit einen ähnlichen Zweck erfüllen wie eine USV. Die Begriffe sind jedoch nicht vollständig austauschbar: EPS beschreibt vor allem die Notstromfunktion, während USV üblicherweise ein Versorgungssystem bezeichnet, das angeschlossene Geräte möglichst ohne Unterbrechung weiterbetreibt.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die Bezeichnung auf dem Produkt, sondern die tatsächliche technische Ausführung. Dazu gehören die Umschaltzeit, die verfügbare Ausgangsleistung, die Batteriekapazität und die Frage, welche Geräte während eines Stromausfalls weiter versorgt werden können.

EPS vs. USV: Die wichtigsten Unterschiede

EPS vs. USV: Die wichtigsten Unterschiede

Der wesentliche Unterschied liegt in der konkreten Auslegung des Systems. Eine klassische USV ist häufig darauf optimiert, empfindliche Elektronik zuverlässig durch einen Stromausfall zu bringen. Ein Batteriespeicher mit EPS-Funktion kann dagegen zusätzlich dazu dienen, selbst erzeugten Solarstrom zu speichern und später zu nutzen.

Bei einer USV für einen PC oder Server stehen die Versorgungskontinuität und gegebenenfalls der Schutz vor Netzstörungen im Vordergrund. Bei einem Heimspeicher sind neben der Notstromfunktion auch die Speicherkapazität, die Einbindung in die Photovoltaikanlage und die Nutzung des gespeicherten Stroms im Alltag wichtig.

Auch die Umschaltzeit unterscheidet sich je nach Gerät. Online-USV-Systeme versorgen die angeschlossenen Verbraucher kontinuierlich über den Wechselrichter und benötigen beim Netzausfall daher keine klassische Umschaltung auf einen separaten Batteriebetrieb. Andere USV- und EPS-Systeme müssen dagegen innerhalb einer bestimmten Zeit von Netz- auf Batterieversorgung wechseln.

Eine kurze Umschaltzeit ist besonders für Computer und Netzwerktechnik relevant. Sie garantiert allerdings nicht, dass jedes Gerät ohne Unterbrechung weiterläuft. Entscheidend sind auch das Verhalten des angeschlossenen Geräts, dessen Netzteil und die Kompatibilität mit der Ausgangsspannung des Ersatzstromsystems.

Warum ist die Umschaltzeit so wichtig?

Die Umschaltzeit bezeichnet die Zeit zwischen dem Ausfall der Netzversorgung und der Übernahme durch die Ersatzstromquelle. Sie wird in Millisekunden angegeben. Zehn Millisekunden entsprechen 0,01 Sekunden.

Je kürzer diese Unterbrechung ist, desto größer ist grundsätzlich die Chance, dass ein angeschlossenes Gerät ohne Neustart weiterläuft. Ob das tatsächlich gelingt, hängt jedoch vom jeweiligen Gerät und seiner Fähigkeit ab, eine kurze Unterbrechung zu überbrücken.

Bei einem Router kann eine kurze Unterbrechung dazu führen, dass die Internetverbindung neu aufgebaut werden muss. Bei einem Desktop-PC kann ein unerwarteter Neustart laufende Arbeit unterbrechen oder Datenverlust verursachen. Für besonders kritische IT-Systeme ist deshalb eine dafür ausgelegte USV sinnvoll.

Bei unserem MARSTEK VENUS E Pro beträgt die angegebene EPS-Umschaltzeit weniger als 10 ms. Das kann für viele alltägliche Verbraucher hilfreich sein. Ob ein bestimmtes Gerät während der Umschaltung ohne Unterbrechung weiterläuft, sollte dennoch anhand seiner technischen Anforderungen geprüft werden.

Welche Leistung muss eine EPS- oder USV-Lösung bieten?

Neben der Umschaltzeit ist die Ausgangsleistung entscheidend. Sie muss ausreichen, um alle angeschlossenen Geräte gleichzeitig zu versorgen. Dabei sollten Sie nicht nur den normalen Stromverbrauch berücksichtigen, sondern auch mögliche Anlaufströme, beispielsweise bei Geräten mit Motoren oder Kompressoren.

Achten Sie außerdem auf den Unterschied zwischen Watt (W) und Voltampere (VA). Watt beschreibt die Wirkleistung, die ein Gerät tatsächlich aufnimmt. Voltampere bezeichnet die Scheinleistung. Da beide Werte nicht grundsätzlich identisch sind, sollten Sie die Leistungsangaben des Ersatzstromsystems und die Anforderungen Ihrer Geräte passend miteinander vergleichen.

Planen Sie zudem eine Leistungsreserve ein, statt das System genau auf die Summe der typischen Verbrauchswerte auszulegen. Geräte können beim Einschalten kurzfristig mehr Leistung benötigen. Auch die vom Hersteller vorgegebenen Betriebsgrenzen müssen eingehalten werden.

Bei unserem VENUS E Pro beträgt die beworbene Notstromleistung 1.500 W; die technischen Angaben nennen für den Backup-Ausgang eine Nennleistung von 1,5 kVA. W und VA sind unterschiedliche Größen und dürfen nicht pauschal gleichgesetzt werden. Für die konkrete Geräteauswahl sind deshalb die vollständigen technischen Daten sowie die Anforderungen der angeschlossenen Verbraucher maßgeblich.

Wie lange versorgt eine Batterie Ihre Geräte?

Die Laufzeit hängt hauptsächlich von der nutzbaren Batteriekapazität und dem tatsächlichen Stromverbrauch ab. Eine größere Batterie kann bei gleicher Last länger Strom liefern. Die reale Laufzeit fällt allerdings geringer aus als eine einfache Rechnung mit der Nennkapazität, weil unter anderem Umwandlungsverluste und der Eigenverbrauch des Systems berücksichtigt werden müssen.

Eine grobe Schätzung lässt sich mit folgender Formel erstellen:

Laufzeit in Stunden ≈ nutzbare Energie in Wh ÷ Leistungsaufnahme in W

Nehmen wir einen Router und ein Modem, die zusammen durchschnittlich 20 W benötigen. Für acht Stunden Betrieb werden rechnerisch 160 Wh benötigt:

20 W × 8 Stunden = 160 Wh.

Das ist zunächst nur der Energiebedarf der Geräte. In der Praxis muss zusätzlich Energie für Umwandlungsverluste und den Eigenverbrauch des Systems eingeplant werden. Die benötigte Batteriekapazität liegt deshalb über dem reinen rechnerischen Verbrauch. Auch der tatsächliche Stromverbrauch der Geräte kann von den Herstellerangaben abweichen.

Für eine zuverlässige Planung sollten Sie den realen Verbrauch messen oder anhand belastbarer Gerätedaten ermitteln und anschließend eine ausreichende Reserve einplanen. Eine USV muss dabei nicht nur genügend Energie speichern, sondern auch die erforderliche Leistung bereitstellen können.

USV oder Batteriespeicher mit EPS: Was eignet sich für Ihren Haushalt?

Wenn Sie vor allem einen PC, einen NAS-Server oder Netzwerktechnik vor kurzen Stromausfällen schützen möchten, ist eine passend dimensionierte USV häufig die direkteste Lösung. Sie lässt sich auf die angeschlossenen Geräte auslegen und kann – abhängig von ihrer Bauart – zusätzliche Schutzfunktionen für die Stromversorgung bieten.

Wenn Sie dagegen bereits eine Photovoltaikanlage betreiben und Solarstrom auch bei einem Netzausfall nutzen möchten, kann ein Batteriespeicher mit Notstromfunktion mehrere Aufgaben verbinden. Im normalen Betrieb speichert er überschüssigen Solarstrom für den späteren Verbrauch. Bei einem Netzausfall kann er geeignete angeschlossene Geräte über seinen Backup-Ausgang weiter versorgen.

Dabei ist wichtig, zwischen einer Notstromsteckdose und einer Versorgung des gesamten Hauses zu unterscheiden. Ein Speicher mit einer einzelnen Backup-Steckdose versorgt nicht automatisch alle Steckdosen und Stromkreise der Immobilie. Eine Einbindung in die Hausinstallation erfordert ein dafür geeignetes System und muss entsprechend den technischen und elektrischen Vorgaben umgesetzt werden.

Die Verbraucherzentrale erklärt, worauf es bei Batteriespeichern und ihrer Notstromfunktion ankommt. Besonders wichtig ist die verfügbare Wechselrichterleistung: Auch ein großer Akku kann keine Verbraucher versorgen, deren Leistungsbedarf die Grenzen des Systems überschreitet.

Wie unterstützt MARSTEK bei der Notstromversorgung?

Wir bei MARSTEK entwickeln Batteriespeicher, die Solarstromspeicherung und eine bedarfsgerechte Energieversorgung miteinander verbinden. Für Haushalte, die ihren Eigenverbrauch erhöhen und bei einem Netzausfall ausgewählte Geräte weiter betreiben möchten, ist die Kombination aus Speicher und Notstromfunktion eine Option.

Unser MARSTEK VENUS E Pro verfügt über eine Basiskapazität von 2,08 kWh, die sich modular auf bis zu 12,48 kWh erweitern lässt. Vier MPPT-Eingänge ermöglichen einen maximalen Solareingang von 2.400 W. Die angegebene EPS-Umschaltzeit liegt unter 10 ms.

Welche Konfiguration sinnvoll ist, hängt von Ihrem Stromverbrauch, der vorhandenen Photovoltaikanlage und den Geräten ab, die im Notfall versorgt werden sollen. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf sowohl die benötigte Laufzeit als auch die maximale Leistungsaufnahme. Bei besonders empfindlichen Geräten sollte außerdem geklärt werden, ob sie mit der konkreten EPS-Funktion kompatibel sind.

Weitere Informationen zu unseren Speicherlösungen finden Sie in der MARSTEK VENUS Serie. Technische Angaben und Bedienungshinweise stehen in unserem Download-Center bereit.

MARSTEK VENUS E Pro

MARSTEK VENUS E Pro

Unser MARSTEK VENUS E Pro bietet vier MPPT-Eingänge, bis zu 2.400 W PV-Eingangsleistung und eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 1.500 W. Mit einer modular erweiterbaren Speicherkapazität von 2,08 bis 12,48 kWh können Sie mehr Solarstrom speichern, Ihren Eigenverbrauch erhöhen und Ihre Energieversorgung flexibler gestalten.

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Häufige Fragen zu EPS und USV

Ist EPS dasselbe wie USV?

Nicht genau. EPS bezeichnet eine Notstromfunktion, während USV für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung steht. Beide können bei einem Stromausfall angeschlossene Geräte versorgen. Ob eine Versorgung ohne Neustart gelingt, hängt unter anderem von der Umschaltzeit, der Systemauslegung und dem angeschlossenen Gerät ab.

Reichen weniger als 10 ms Umschaltzeit für einen PC?

Eine Umschaltzeit unter 10 ms ist für viele Computer und Netzwerkgeräte günstig. Sie ist jedoch keine allgemeine Garantie dafür, dass jeder PC ohne Neustart weiterläuft. Auch Netzteil, Lastverhalten und Kompatibilität spielen eine Rolle. Für kritische Systeme sollte die Eignung anhand der Herstellerangaben geprüft werden.

Kann ein Batteriespeicher eine USV ersetzen?

Das hängt vom Einsatzzweck ab. Ein Batteriespeicher mit EPS-Funktion kann geeignete Geräte bei einem Netzausfall weiter versorgen und zusätzlich Solarstrom für den späteren Verbrauch speichern. Er ersetzt aber nicht automatisch jede USV, insbesondere wenn spezielle Anforderungen an Spannungsqualität, Umschaltverhalten oder IT-Sicherheit bestehen.

Wie berechne ich die benötigte Batteriekapazität?

Multiplizieren Sie zunächst die Leistungsaufnahme der angeschlossenen Geräte mit der gewünschten Laufzeit. Ein Verbraucher mit 20 W benötigt für acht Stunden rechnerisch 160 Wh. Planen Sie darüber hinaus Reserven für Umwandlungsverluste, Eigenverbrauch und Schwankungen beim tatsächlichen Stromverbrauch ein.

Kann ein Heimspeicher das ganze Haus bei einem Stromausfall versorgen?

Nicht automatisch. Das hängt von der Systemarchitektur, der elektrischen Einbindung, der verfügbaren Backup-Leistung und der Kapazität ab. Bei Systemen mit einer einzelnen Notstromsteckdose werden nur die daran angeschlossenen Geräte versorgt. Für die Versorgung von Hausstromkreisen ist eine geeignete, fachgerecht installierte Lösung erforderlich.

Fazit: Die passende Lösung richtet sich nach Ihrem Bedarf

EPS und USV verfolgen ein ähnliches Ziel: Sie sollen angeschlossene Geräte bei einem Stromausfall weiter mit Energie versorgen. Für Computer, Server und empfindliche Netzwerktechnik ist eine passend dimensionierte USV oft die naheliegende Wahl. Wer zusätzlich Solarstrom speichern und im Notfall nutzen möchte, sollte einen Batteriespeicher mit geeigneter Notstromfunktion in Betracht ziehen.

Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf die Bezeichnung EPS oder USV. Entscheidend sind Umschaltzeit, Ausgangsleistung, nutzbare Batteriekapazität und die Kompatibilität mit Ihren Geräten. So können Sie eine Lösung auswählen, die zu Ihrem tatsächlichen Strombedarf passt.